Was ist eine Liegenschaft? Der komplette Leitfaden für die Schweiz
- Martin Bonauer
- 21. Jan.
- 9 Min. Lesezeit

Grundstück, Immobilie, Parzelle – wenn Sie sich mit dem Kauf oder Verkauf eines Eigenheims in der Schweiz befassen, stossen Sie auf viele Fachbegriffe, die schnell für Verwirrung sorgen. Man fühlt sich leicht im Dschungel der Bürokratie verloren. Besonders ein Wort taucht dabei immer wieder auf und wirft Fragen auf: die Liegenschaft. Ist das einfach nur ein anderes Wort für ein Haus mit Garten? Oder was genau unterscheidet sie von einem Grundstück? Diese Unsicherheit kann schnell überfordern und wichtige Entscheidungen rund um den Traum vom Eigenheim unnötig erschweren.
Keine Sorge, damit sind Sie nicht allein. Als Ihr persönlicher Begleiter in allen Immobilienfragen möchte ich Ihnen Klarheit verschaffen. In diesem umfassenden Leitfaden erkläre ich Ihnen einfach und verständlich, was eine Liegenschaft in der Schweiz wirklich bedeutet. Wir klären die Unterschiede, sehen uns die verschiedenen Arten an – vom Einfamilienhaus bis zum Stockwerkeigentum – und beleuchten Ihre wichtigsten Rechte und Pflichten als Eigentümer. Nach der Lektüre werden Sie sich sicherer fühlen und eine solide, kompetente Grundlage für alle Ihre weiteren Schritte haben.
Definition: Was genau ist eine Liegenschaft in der Schweiz?
Sie hören den Begriff ständig, wenn es um den Kauf oder Verkauf von Häusern geht, doch was genau ist eine Liegenschaft? In der Schweiz ist die Antwort klar im Gesetz verankert. Im Kern ist eine Liegenschaft gemäss dem Schweizer Zivilgesetzbuch (ZGB) ein Grundstück, das im Grundbuch als eigenständige Einheit eingetragen ist. Diese rechtliche Definition von Liegenschaft bildet die Grundlage für jeden Immobilienhandel und schafft rechtliche Klarheit für Eigentümer.
Der Begriff umfasst dabei nicht nur den reinen Boden, sondern auch alle Bauten, die fest und dauerhaft damit verbunden sind. Das Verständnis dieses zentralen Begriffs ist der erste und wichtigste Schritt, wenn Sie sich mit Immobilien in der Schweiz befassen – egal, ob Sie kaufen, verkaufen oder umbauen möchten. Ich helfe Ihnen dabei, die Zusammenhänge ehrlich und transparent zu verstehen.
Liegenschaft, Grundstück, Immobilie: Die feinen Unterschiede
Im Alltag werden diese Begriffe oft synonym verwendet, doch rechtlich gibt es präzise Abgrenzungen. Hier eine einfache Übersicht, die für Klarheit sorgt:
Grundstück: Dies ist die Basis – die reine, unbebaute Landfläche, die im Grundbuch eingetragen ist.
Immobilie: Ein umfassender, eher wirtschaftlicher Begriff für das unbewegliche Gut. Er schliesst sowohl das Grundstück als auch alle darauf befindlichen Gebäude mit ein.
Liegenschaft: Dies ist der offizielle, rechtliche Begriff in der Schweiz für ein im Grundbuch eingetragenes Grundstück, inklusive aller Bauten. Er ist der präziseste Terminus im rechtlichen Verkehr.
Parzelle: Bezeichnet ein exakt vermessenes und im amtlichen Katasterplan eingezeichnetes Stück Land, das die Basis für einen Grundbucheintrag bildet.
Was gehört rechtlich zu einer Liegenschaft?
Zum Eigentum an einer Liegenschaft gehört mehr als nur der Grund und die Mauern. Das Gesetz definiert klar, was als fester Bestandteil gilt und somit beim Kauf oder Verkauf mitübertragen wird:
Alle Bauten: Dazu zählen nicht nur das Wohnhaus, sondern auch Nebengebäude wie Garagen, Gartenhäuser oder Schuppen, sofern sie fest mit dem Boden verbunden sind.
Pflanzen: Bäume, Sträucher und andere Pflanzen, die im Boden verwurzelt sind, gehören ebenfalls zur Liegenschaft.
Bestandteile und Zugehör: Dinge, die fest mit dem Gebäude verbunden sind (Bestandteile) oder nach Ortsgebrauch dazugehören (Zugehör). Typische Beispiele sind fest eingebaute Küchen, Heizungsanlagen oder sanitäre Einrichtungen.
Quellen: Natürliche Ressourcen wie Quellen, die sich auf dem Grundstück befinden, sind ebenfalls Teil des Eigentums.
Die verschiedenen Arten von Liegenschaften und ihre Nutzung
Nicht jede Immobilie ist gleich. Der Verwendungszweck – also ob Sie darin wohnen, arbeiten oder investieren möchten – ist entscheidend. Er bestimmt nicht nur den Wert und die rechtlichen Rahmenbedingungen, sondern beeinflusst auch direkt die Finanzierungsmöglichkeiten, die anfallenden Steuern und den Unterhaltsaufwand. Für Käufer und Verkäufer ist es daher zentral, die Unterschiede zu kennen. Hier finden Sie einen klaren Überblick über die häufigsten Kategorien in der Schweiz.
Wohnliegenschaften: Das Zuhause im Fokus
Der Traum vom Eigenheim nimmt viele Formen an. Jede hat ihre eigenen Vorzüge und Besonderheiten, die zu unterschiedlichen Lebensphasen und Bedürfnissen passen.
Einfamilienhaus (EFH): Der Klassiker für Familien. Freistehend auf einer eigenen Parzelle, bietet es maximale Privatsphäre und Gestaltungsfreiheit.
Mehrfamilienhaus (MFH): Oft als Renditeobjekt genutzt. Es beherbergt mehrere Mietparteien und erfordert eine aktive Verwaltung, kann aber eine stabile Einnahmequelle sein.
Stockwerkeigentum (STWE): Die eigene Wohnung in einem grösseren Gebäude. Sie erwerben einen Miteigentumsanteil an der gesamten Liegenschaft und haben Sonderrechte an Ihrer Wohnung. Ideal für den Einstieg ins Wohneigentum.
Reihenhaus: Ein Kompromiss zwischen EFH und Wohnung. Man teilt sich seitliche Wände mit den Nachbarn, geniesst aber oft einen eigenen kleinen Garten und mehr Wohnfläche als in einer Wohnung.
Gewerbe- und Industrieliegenschaften
Diese Objekte dienen ausschliesslich kommerziellen oder industriellen Zwecken. Die Anforderungen sind hier sehr spezifisch: Die Lage, die Verkehrsanbindung und die vorhandene Infrastruktur sind oft wichtiger als bei Wohnimmobilien. Zudem spielen baurechtliche Zonen und Vorschriften eine zentrale Rolle. Zu dieser Kategorie gehören Bürogebäude und Verwaltungsbauten, Ladenlokale, Produktionshallen oder auch Lager.
Gemischt genutzte und Spezialliegenschaften
Manche Immobilien lassen sich nicht klar einer Kategorie zuordnen. Ein typisches Beispiel ist das Wohn- und Geschäftshaus, das im Erdgeschoss Gewerbeflächen und in den oberen Etagen Wohnungen vereint. Auch landwirtschaftliche Betriebe mit Wohnhaus und Kulturland sowie unbebautes Bauland, das auf seine Entwicklung wartet, fallen in diese spezielle Kategorie.
Unsicher, welche Art von Liegenschaft zu Ihnen passt? Ich berate Sie ehrlich und persönlich.
Der Lebenszyklus einer Liegenschaft: Kauf, Besitz und Verkauf
Eine Liegenschaft ist mehr als nur ein Gebäude; sie ist eine Investition, die einen Lebenszyklus durchläuft. Vom aufregenden Moment des Kaufs über die Jahre des Besitzes und der Pflege bis hin zum eventuellen Verkauf Ihrer Liegenschaft – jede Phase stellt Sie vor neue Herausforderungen und Entscheidungen. Eine sorgfältige Planung und fundiertes Wissen sind dabei der Schlüssel zum Erfolg. Ich begleite Sie persönlich durch diese Meilensteine, damit Ihr Traum vom Eigenheim Realität wird und bleibt.
Phase 1: Der Erwerb einer Liegenschaft
Der erste Schritt ist oft der wichtigste. Bevor Sie den Kaufvertrag unterzeichnen, ist eine genaue Prüfung unerlässlich. Der Grundbuchauszug verrät Ihnen alles über eingetragene Lasten und Rechte. Gleichzeitig muss der bauliche Zustand ehrlich beurteilt werden, um unerwartete Sanierungskosten zu vermeiden. Sobald die Finanzierung gesichert ist, wird der Kaufvertrag öffentlich beurkundet. Gerade in dieser Phase ist eine unabhängige Kaufberatung Gold wert – sie schützt Sie vor teuren Fehlentscheidungen.
Phase 2: Besitz, Unterhalt und Werterhalt
Als Eigentümer tragen Sie die Verantwortung für den Werterhalt Ihrer Immobilie. Dazu gehören nicht nur die laufenden Kosten wie Hypothekarzinsen, Nebenkosten und Versicherungen, sondern auch die Pflicht zur Instandhaltung. Planen Sie langfristig für Renovationen, um die Bausubstanz zu schützen und den Wert zu steigern. Beachten Sie auch die steuerlichen Aspekte in der Schweiz: Der Eigenmietwert sowie allfällige Liegenschaftssteuern müssen in Ihrer Finanzplanung berücksichtigt werden.
Phase 3: Die Veräusserung der Liegenschaft
Wenn die Zeit für einen Verkauf kommt, ist eine professionelle Vorbereitung entscheidend. Eine realistische Wertermittlung bildet die Basis für einen erfolgreichen Verkaufsprozess. Stellen Sie alle relevanten Dokumente – vom Grundbuchauszug bis zu den Gebäudeversicherungsnachweisen – für potenzielle Käufer zusammen. Sie stehen vor der Wahl: Verkaufen Sie mit einem Makler oder auf eigene Faust? Unabhängig vom Weg muss der Gewinn aus dem Verkauf als Grundstückgewinnsteuer korrekt versteuert werden.

Die Liegenschaft aus Sicht des Architekten: Das verborgene Potenzial erkennen
Für die meisten Menschen ist eine Liegenschaft eine Ansammlung von Mauern, Räumen und einem Dach. Als Architekt sehe ich mehr: Ich erkenne die Geschichte, die Struktur und vor allem das verborgene Potenzial, das in einem Gebäude steckt. Eine fachkundige Analyse geht weit über die sichtbare Oberfläche hinaus und legt die Grundlage für eine sichere und zukunftsfähige Investition.
Analyse der Bausubstanz und des Zustands
Der wahre Wert einer Immobilie liegt in ihrer Substanz. Eine professionelle Zustandsanalyse ist wie ein Gesundheitscheck für Ihr zukünftiges Zuhause. Ich prüfe entscheidende Bauteile wie Fundament, Tragstruktur, Fassade und Dach auf Mängel oder altersbedingte Schäden. Veraltete Haustechnik oder energetische Schwachstellen werden identifiziert und bewertet. Diese sorgfältige Prüfung schützt Sie vor teuren Überraschungen nach dem Kauf und zeigt auf, wo gezielte Sanierungen den grössten Mehrwert schaffen.
Umbau- und Erweiterungspotenzial einschätzen
Passt die bestehende Raumaufteilung zu Ihren Lebensplänen? Oft schlummert in älteren Gebäuden enormes Potenzial für Modernisierungen. Ob ein Anbau für mehr Wohnfläche, eine Aufstockung für ein zusätzliches Stockwerk oder die Umgestaltung des Grundrisses für ein offenes Wohnkonzept – die Möglichkeiten sind vielfältig. Ich prüfe, wie sich eine Liegenschaftan moderne Wohnbedürfnisse anpassen lässt und ob die Erschliessung (Zufahrt, Wasser, Strom) für Ihre Pläne ausreicht. Möchten Sie das Potenzial einer Liegenschaft prüfen? Ich begleite Sie mit meiner Baukompetenz.
Baurechtliche Rahmenbedingungen verstehen
Jede Vision muss sich im rechtlichen Rahmen bewegen. Die Bau- und Zonenordnung der Gemeinde gibt klare Regeln vor, die für den Wert und die Zukunft einer Immobilie entscheidend sind. Die wichtigsten Kennzahlen sind:
Ausnützungsziffer (AZ): Definiert, wie viel Bruttogeschossfläche im Verhältnis zur Grundstücksfläche gebaut werden darf.
Überbauungsziffer (ÜZ): Gibt an, welcher Anteil des Grundstücks überbaut werden darf.
Grenz- und Gebäudeabstände: Regeln den nötigen Abstand zu Nachbargrundstücken und anderen Bauten.
Zusätzlich können Auflagen des Ortsbild- oder Denkmalschutzes bestehen. Ein genaues Verständnis dieser Vorschriften ist unerlässlich, um das Entwicklungspotenzial realistisch einzuschätzen und kostspielige Fehlplanungen zu vermeiden.
Wichtige Dokumente und Begriffe rund um Ihre Liegenschaft
Ob Sie kaufen oder verkaufen: Eine saubere und vollständige Dokumentation ist das Fundament jeder Liegenschaftstransaktion in der Schweiz. Diese Unterlagen geben nicht nur Auskunft über die rechtliche Situation, sondern auch über den baulichen Zustand und das Potenzial eines Objekts. Als Käufer sollten Sie diese Dokumente unbedingt einsehen, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Als Verkäufer schaffen Sie mit einer lückenlosen Vorbereitung Vertrauen und beschleunigen den Prozess.
Der Grundbuchauszug: Das 'Personenregister' der Liegenschaft
Der Grundbuchauszug ist das zentrale Dokument und gibt umfassend Auskunft über die rechtlichen Verhältnisse. Man kann ihn als den offiziellen Lebenslauf der Immobilie betrachten. Er enthält entscheidende Informationen, die Sie kennen müssen:
Eigentumsverhältnisse: Wer ist der rechtmässige Eigentümer? Gibt es Miteigentümer?
Dienstbarkeiten: Hier sind Rechte und Pflichten wie Wegrechte, Näherbaurechte oder Leitungsrechte eingetragen, die den Wert und die Nutzung beeinflussen können.
Grundpfandrechte: Eingetragene Schuldbriefe zeigen, mit welcher Summe die Liegenschaft als Sicherheit für eine Hypothek bei einer Bank belastet ist.
Anmerkungen und Vormerkungen: Diese können auf Vorkaufsrechte Dritter oder andere Verfügungsbeschränkungen hinweisen.
Katasterplan und weitere Pläne
Während der Grundbuchauszug die rechtliche Seite beleuchtet, zeigen Pläne die tatsächliche, gebaute Realität. Der amtliche Katasterplan definiert die exakten Grenzen der Parzelle und ihre Lage. Ebenso wichtig sind aktuelle Baupläne (Grundrisse, Schnitte, Fassadenansichten) und Leitungspläne für Wasser, Strom und Kanalisation. Ohne diese Unterlagen sind Umbauten oder Erweiterungen kaum planbar und ein Verkauf wird unnötig kompliziert.
Weitere unverzichtbare Unterlagen
Je nach Objekt kommen weitere wichtige Dokumente hinzu, die ein vollständiges Bild ergeben. Dazu gehören insbesondere:
Gebäudeversicherungsnachweis: Zeigt den Versicherungswert und die Deckung (in den meisten Kantonen bei der kantonalen Gebäudeversicherung).
Amtliche Schätzung oder Verkehrswertgutachten: Dient oft als Grundlage für die Finanzierung und die Festlegung des Verkaufspreises.
Dokumentation über Renovationen: Eine saubere Auflistung von Investitionen (mit Belegen) rechtfertigt den Wert und zeigt den Unterhaltszustand auf.
Bei Stockwerkeigentum: Der Begründungsakt, das Nutzungs- und Verwaltungsreglement sowie die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen sind unerlässlich.
Der Umgang mit diesen Dokumenten erfordert Sorgfalt und Fachwissen. Wenn Sie sicherstellen möchten, dass alle Unterlagen korrekt aufbereitet sind und Sie nichts übersehen, begleite ich Sie persönlich durch den gesamten Prozess – ehrlich, transparent und mit der nötigen Baukompetenz.
Ihre Liegenschaft: Ein Fazit und Ihr sicherer nächster Schritt
Wie Sie gesehen haben, ist eine Liegenschaft in der Schweiz weit mehr als nur ein Grundstück mit Gebäude. Sie ist ein komplexes Gut mit einem eigenen Lebenszyklus, von der Planung über den Kauf und Besitz bis hin zum Verkauf. Das Verständnis der verschiedenen Arten, der wichtigen Dokumente und des verborgenen architektonischen Potenzials ist der erste entscheidende Schritt, um fundierte Entscheidungen zu treffen.
Doch der Weg von der Theorie zur Praxis ist oft mit Unsicherheiten gepflastert. Eine erfahrene und neutrale Begleitung ist hier Gold wert. Genau hier unterstütze ich Sie persönlich. Mit meiner Baukompetenz seit 1994 und als Ihr unabhängiger Berater in der Nordwestschweiz stehe ich für eine Beratung, die sich ausschliesslich an Ihren Interessen orientiert – ehrlich, transparent und garantiert ohne Maklerprovision.
Treffen Sie Ihre Entscheidung mit Zuversicht und einem starken Partner an Ihrer Seite.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Miteigentum und Stockwerkeigentum?
Beim Miteigentum gehört Ihnen ein Bruchteil der gesamten Liegenschaft, ohne dass Sie ein exklusives Recht an einem bestimmten Teil haben. Stellen Sie sich vor, zwei Brüder kaufen gemeinsam ein Haus – jedem gehört die Hälfte von allem. Das Stockwerkeigentum ist eine Sonderform: Hier gehört Ihnen ein Anteil am gesamten Grundstück, verbunden mit dem alleinigen Nutzungsrecht an Ihrer Wohnung. Zusätzlich haben Sie Miteigentum an den gemeinschaftlichen Teilen wie dem Treppenhaus, dem Dach oder dem Garten.
Was bedeutet eine 'Dienstbarkeit' im Grundbuch konkret für mich?
Eine Dienstbarkeit ist eine Belastung oder ein Recht, das Ihre Nutzungsmöglichkeiten einschränkt oder erweitert. Ein klassisches Beispiel ist das Wegrecht: Ihr Nachbar darf einen Teil Ihres Grundstücks als Zufahrt nutzen. Das bedeutet, Sie dürfen diesen Weg nicht verbauen. Umgekehrt kann es auch ein Recht zu Ihren Gunsten sein, etwa ein Näherbaurecht, das Ihnen erlaubt, näher an die Grenze zu bauen. Ein Blick ins Grundbuch ist daher vor jedem Kauf unerlässlich.
Wie wird der amtliche Wert einer Liegenschaft festgelegt?
Der amtliche Wert wird von der kantonalen Steuerbehörde festgelegt und dient als Grundlage für die Vermögens- und Liegenschaftssteuer. Er liegt in der Regel deutlich unter dem tatsächlichen Marktwert. Für die Berechnung ziehen die Behörden verschiedene Faktoren heran, darunter die Grundstücksfläche, das Baujahr, das Gebäudevolumen und die Lagequalität. Eine Neubewertung findet periodisch oder nach wesentlichen Änderungen an der Liegenschaft statt, zum Beispiel nach einem grossen Umbau.
Welche Steuern fallen beim Besitz einer Liegenschaft jährlich an?
Als Eigentümer müssen Sie jährlich mit drei wesentlichen Steuern rechnen. Erstens die Einkommenssteuer auf den Eigenmietwert, also das fiktive Einkommen aus Ihrer Immobilie. Zweitens die Vermögenssteuer, bei der der amtliche Wert Ihrer Liegenschaft zu Ihrem Gesamtvermögen zählt. Drittens erheben viele, aber nicht alle, Kantone eine jährliche Liegenschaftssteuer, die sich ebenfalls am amtlichen oder am Steuerwert orientiert und direkt an die Gemeinde oder den Kanton zu entrichten ist.
Was ist der Eigenmietwert und wie wird er berechnet?
Der Eigenmietwert ist ein fiktives Einkommen, das Sie als Eigentümer versteuern müssen, wenn Sie Ihre Immobilie selbst bewohnen. Die Idee dahinter ist die steuerliche Gleichbehandlung von Mietern und Eigentümern. Die Berechnungsmethoden sind kantonal unterschiedlich, basieren aber meist auf Faktoren wie Wohnfläche, Lage, Baujahr und Ausstattung. In der Praxis entspricht der Eigenmietwert oft rund 60-70 % der Miete, die Sie für ein vergleichbares Objekt am Markt erzielen könnten.
Benötige ich für den Kauf oder Verkauf einer Liegenschaft immer einen Makler?
Nein, gesetzlich vorgeschrieben ist ein Makler nicht. Sie können eine Liegenschaft auch privat kaufen oder verkaufen. Bedenken Sie jedoch, dass der Prozess komplex ist – von der realistischen Bewertung über die Vermarktung bis zu den rechtlichen Schritten. Eine professionelle, unabhängige Begleitung kann Ihnen hier viel Zeit, Geld und Nerven sparen. Wichtig ist, dass Sie einen Partner wählen, der transparent arbeitet und dessen Kompetenz, wie fundiertes Bauwissen, über die reine Vermittlung hinausgeht.




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